Schütze (23.11.-21.12.)

Schützen (22.11.bis 21.12.) lassen sich am ehesten an zwei Dingen erkennen: an ihren vielen großen Plänen und ihrem noch gewaltigeren Optimismus. Sie haben von Natur aus ein sehr offenes Wesen, viel Humor und auffallend verschmitzt blitzende Augen. Ihre charismatische Art macht sie überaus anziehend, doch bemerken sie diese magnetisierende Wirkung auf andere Menschen häufig nicht. Bemerkenswert ist ihr Drang, alles zu entdecken, zu erforschen und zu verstehen. Schützen interessieren sich für tausend Dinge und denken gerne über die ganz großen Fragen des Lebens nach – idealerweise im Austausch mit Gleichgesinnten. Oft entwickeln sie sehr inspirierte Ideen und trauen sich auch an Projekte heran, vor denen andere wegen ihres enormen Umfanges zurückschrecken.

Obwohl sie es lieben, in Gesellschaft zu sein, sind Schützen ausgesprochene Individualisten. Sie binden sich innerlich nicht übermäßig eng an Menschen, Orte, Besitz und andere Verbindlichkeiten, sondern fühlen sich am wohlsten, wenn ihr Leben von ständigen Veränderungen bestimmt ist. Es liegt ihnen einfach im Blut, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Sie wollen so viel wie möglich von der Welt sehen, noch viel mehr aber die Welt verstehen.

Schützen betrachten das Leben als eine stete Suche nach Abwechslung und neuen Erkenntnissen. Immer haben sie irgendein großes Ziel im Kopf, das sie planen und von dem sie hoffen, dass es ihnen zum ganz großen Durchbruch verhilft. Und tatsächlich gelingen ihnen häufig Dinge, an denen sich andere die Zähne ausbeißen – einfach, weil sie fest an sich glauben. Trotzdem ist es erstaunlich, wie selten ihre Gedanken in der Gegenwart sind. Sie haben vor, ihre heimliche Flamme zu erobern. Sie werden einen Bestseller schreiben. Dem Chef sagen sie ordentlich die Meinung – irgendwann, später. Oft scheint es, als ob das Pläneschmieden wichtiger ist als das eigentliche Vorhaben. Denn im Alltag sind Schützen bemerkenswert unorganisiert. Sie fangen vieles mit vollem Elan an, bringen es aber nur dann zu Ende, wenn ihnen jemand Druck macht. Zudem reißen sich die geborenen Visionäre nicht wirklich um Stress. Immer wieder schaffen sie es, sich langwierige und anstrengende Dinge vom Hals zu schaffen, indem sie diese einfach an andere delegieren. Deutlich unangenehmer ist ihre Tendenz, viel zu versprechen, sich bei der Einlösung aber zäh und unverbindlich zu zeigen. Sie brechen ihr Wort aber nicht absichtlich, sondern halten sich einfach nicht gerne lange mit „Kleinigkeiten“ auf und sind gedanklich längst woanders.

Auf der anderen Seite macht ihre unglaubliche Lebensenergie die Schützen zu herausragenden Motivatoren. Wenn sie an etwas glauben oder sich für eine Sache begeistern, tragen sie das so überzeugend vor, dass sie auch andere mitreißen. Ihre größte Stärke entwickeln sie in Krisensituationen. Dann gelingt es ihnen oft, Leute aufzurichten, die längst den Glauben an sich verloren hatten. Zwar müssen die optimistischen Schützen genauso viele Niederlagen und Rückschläge hinnehmen wie ihre Mitmenschen. Aber sie gehen von Natur aus anders damit um. Die Phase des Frustes, der Trauer oder der Entmutigung sind bei ihnen erheblich kürzer als bei anderen. Danach haben sie sofort einen neuen Plan, wie es weitergehen soll. Diese positive Lebenseinstellung ist ihr Erfolgsgarant und sorgt dafür, dass sie auch scheinbar ausweglose Situationen unbeschadet überstehen.

Wegen ihrer jovialen Art würde man Schütze-Geborenen kaum etwas Böses zutrauen. Und tatsächlich entspricht alles, was sie vorschlagen und entscheiden, ihrem besten Wissen und Gewissen. Vorsicht, Bedenken und genaue Planungen spielen in ihrem Leben aber nur eine untergeordnete Rolle. Ganz sicher sind Schützen keine Diplomaten. Sie lassen sich ihre Ideale von nichts und niemandem madig machen und haben den Hang dazu, voreilige Schlüsse zu ziehen und ihr eigenes Handeln über alle Widerstände hinweg zu verteidigen. Ihre verbalen Schnellschüsse wirken zuweilen arrogant oder taktlos und verursachen Missverständnisse. Sich auch mal anpassen oder jemandem schmeicheln, um die Stimmung zu heben? Nie! Da lassen sie es lieber krachen – privat oder im Job. Doch der Schein trügt. Schützen haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und sind nicht zu stolz, Fehler zuzugeben. Wenn sie einsehen, dass ihr Temperament mit ihnen durchgegangen ist und sie ihr Gegenüber beleidigt haben, bemühen sie sich sofort ehrlich um eine Versöhnung. Das macht sie sehr beliebt.

Man schätzt Schützen als geistreiche, redegewandte Mitmenschen, zu denen man Vertrauen haben kann, die keinem ihre ausgeprägte Hilfsbereitschaft verwehren und die sich für Schwächere einsetzen. Besonders in langen Gesprächen oder Diskussionen glänzen sie durch Schlagfertigkeit und Selbstsicherheit, die jedoch nie aufdringlich wirkt und von anderen als sehr unterhaltsam empfunden wird. Nur manchmal wirken ihre langen Monologe etwas oberlehrerhaft. Schützen sind überaus gern unterwegs: in Gedanken oder auch auf Reisen. Sie lassen sich nur ungern festhalten oder maßregeln. Wer sie dauerhaft halten will, muss sie ab und zu ziehen und ihr eigenes Ding machen lassen. Schützen brauchen immer das Gefühl der Freiheit, ohne dass sie dabei zwangsläufig über die Stränge schlagen würden. Denn auch in dieser Beziehung träumen und planen sie eher, als sich tatsächlich auf eine Romanze einzulassen. Im Grunde ihres Herzens sind sie treue Seelen, die nur gelegentlich ihre Eigenständigkeit unter Beweis stellen müssen.

Im Laufe des Lebens lernen sie (allerdings meist auf die harte Tour), dass sie auch in Alltagsdingen genauer sein und sich nicht zu häufig ablenken oder zu fragwürdigen Unternehmungen überreden lassen sollten. Vor allem, wenn es ums Geld geht, neigen sie manchmal zu einer beeindruckenden Naivität und glauben auch dann noch an das Gute in ihren Geschäftspartnern, wenn die ihnen längst das Fell über die Ohren gezogen haben.

Im Job lässt es sich glänzend mit Schützen auskommen. Dort bevormunden sie niemanden, sind aber gefragte Ratgeber, weil sie ihr Wissen nicht nur sachlich, sondern auch menschlich angenehm rüberbringen. Selbst in Führungspositionen werden sie nicht machtgierig, sondern drücken auch mal ein Auge zu, wenn Fehler gemacht werden und lassen ihren Mitarbeitern viel Spielraum, um eigenständige Entscheidungen zu treffen.

Von Natur aus sind Schützen mit enormer Energie ausgestattet. Deshalb brauchen sie sowohl körperlichen als auch geistigen „Auslauf“. Doch obwohl sie sich gerne und viel bewegen, sind sie ziemlich anfällig für Tollpatschigkeiten, blaue Flecken und kleinere Missgeschicke. Durch ihr unstetes Wesen haben sie zudem oft Kreislaufprobleme; auch Erkrankungen des Bewegungsapparates (vor allem Ischias- und Hüftbeschwerden) kommen nicht selten vor. Da Schützen Genießer sind und ohne schlechtes Gewissen alles essen, was ihnen schmeckt, kämpfen sie häufig um ihr Idealgewicht.

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